Domaine Roche-Audran Le Caillou Vin de Table 2009


Domaine Roche-Audran Le Caillou Vin de Table 2009

Artikel-Nr.: A72020509

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Um süße Rotweine mache ich einen großen Bogen. Nicht, dass es keine guten gäbe. Die gibt es freilich. Da bin ich mir ganz sicher. Nur wo? Man muss sich nichts vormachen. Die einfachste Art, einen restsüßen Rotwein zu bereiten ist diejenige, den an sich durchgegorenen Tropfen im Nachhinein auf halbtrocken oder lieblich zu trimmen. Mit viel Schweiß und Arbeit à la Trimm-Dich-Fit hat dies weniger zu tun, vielmehr mit Süßreserve. In der Regel handelt's sich um die allereinfachsten Tropfen des Produzenten. Der Zucker päppelt den Wein ein bißchen auf, kaschiert eventuelle Fehler. Da drücken wir ein Auge zu - die Nachfrage ist halt da. Selbst vermeintlich trockene Rotweine schmecken zuweilen derart babbsüß (gerne als samtig, mollig-warm, gehaltvoll oder ähnlich unzutreffend bezeichnet), dass man seine Insulinspritze besser griffbereit halten sollte. Wirklich hochwertige, rotfarbene Süßweine sind rar, gerade weil mit voranschreitender Fäulnis Farbeinbußen einhergehen. Auch in Südfrankreich trifft man ganz selten auf restsüße Rotweine - abgesehen von so manchem Vin doux naturel, dessen Süße zwar natürlichen (= traubeneigenen) Ursprungs ist, aber erst durch Spriten des Ausgangsprodukts bewahrt wird. Hier stoßen wir auf vortreffliche Süßweine, die aber von der Machart und Charakterstik rein gar nichts mit klebriger Dorffest-Schmalspur-Brause zu tun haben. Was die biodynamisch wirtschaftende Domaine Roche-Audran in Ausnahmejahren auf die Flasche zaubert, darf man - gerade für das Anbaugebiet rund um Châteauneuf-du-Pape - als schlicht und ergreifend sensationell bezeichnen. Rund 1 Monat nach der eigentlichen Ernte für Côtes du Rhône, Côtes du Rhône-Villages und Châteauneuf-du-Pape liest Vincent Rochette überreife, zur Hälfte rosinierte und damit nahezu dehydrierte, üppig-süße Grenache-Trauben fünfzig Jahre alter Rebstöcke und vergärt sie zu einem hochkonzentrierten Rhône-Trunk (offiziell ein Vin de Table), welcher anregt, herausfordert, vielleicht sogar ein wenig verwirrt. Sie werden sich fragen: ist das ein Rotwein? Ist das ein Likör? Ist er nun trocken oder süß? Aber glauben Sie mir: hier reicht ein kleiner Schluck (besser zimmerwarm getrunken), um sich wieder zu sammeln. Nicht gleich zum zweiten Schluck ansetzen. Le Caillou hat eine unglaubliche Länge. Nutzen Sie diese Zeit, um Ihre Gedanken zu sortieren, zurechtzurücken. Sie haben Zeit. Dieses grandiose Teil mit überbordenden Gewürznoten, opulenter Beerenfrucht, festem Kern, merklichem Gerbstoff, kommt fett herüber, der hohe, dabei nicht spritig wirkende Alkohol (15,5 Umdrehungen) trägt zum süßlichen Eindruck bei. Aber diese Süße, die analytisch vermutlich höher liegen dürfte als Sie es tatsächlich empfinden, ist dermaßen clever verpackt, etwas Amarone-like, aber eben doch typisch französisch, typisch Grenache. Ich bin geneigt, Le Caillou zum Dessert zu empfehlen. Schokolade oder Gebäck. Ausnahmsweise könnte ich mir sowas auch als Couching-Begleitung vorstellen. Zur Hauptspeise freilich auch: Wildgerichte (Reh, Hirsch etc.). Am Besten Sie bereiten etwas vor, ich komme vorbei und schaue, ob's passt. Klaro, so ein Spaß hat auch seinen Preis. Aber 6 Cola-Rot nach mäßigem Sandplatz-Gekicke kosten auch nicht weniger. Neben Le Caillou lege ich Ihnen die gesamte, überaus gelungene Rhône-Palette ans Herz. Kein Wein, der Sie enttäuschen dürfte. Verkosten Sie Le Caillou ganz zum Schluss. Sehr rar!

Weitere Produktinformationen

Jahrgang 2009
Inhalt (l) 0,75
Alkohol (% vol.) 15,5
Rebsorte Grenache
Allergenhinweis enthält Sulfite
Ursprungsland Frankreich
Anbaugebiet Vin de Table
Erzeugeradresse Vincent Rochette, 84110 Buisson, Frankreich
Kategorie Rotwein

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